Blog der Lösungsfabrik

Qualitätsmanagement und ISO 9001

Was ist der Unterschied zwischen der Kompetenz der Mitarbeiter und dem Wissen des Unternehmens?

Bei mir sorgt dieses Thema immer für Gesprächsstoff, sei es nun mit meinen Kunden oder teilweise auch mit Auditoren während eines Audits – Was ist der Unterschied zwischen der Kompetenz der Mitarbeiter und dem Wissen des Unternehmens? Die ISO 9001:2015 macht ja zum ersten mal Forderungen im Bereich „Wissen der Organisation“ auf. Ich erkläre den Unterschied zuerst immer ganz bildlich und erkläre, dass es sich bei der Kompetenz um alles das handelt, was ein Mitarbeiter im Kopf hat und bei Wissen des Unternehmens handelt es sich um die Informationen bzw. das Wissen, was der Mitarbeiter nicht im Kopf hat, sondern auf das er aus Informationsquellen zurückgreifen muss. Aber lassen Sie mich dies am besten an einem Beispiel erläutern.

 

Kompetenz der Mitarbeiter

Das Unternehmen hat sich eine neue Software angeschafft und schickt seine Mitarbeiter zu einer Schulung – hier bewegen wir uns ganz eindeutig im Bereich der Kompetenz. Den Mitarbeitern wird die Kompetenz vermittelt, um die Software bedienen zu können. Wenn die Schulung beendet ist, dann sollten die teilnehmenden Mitarbeiter in der Lage sein, die Software dementsprechend bedienen zu können.

 

Wissen des Unternehmens

Wenn es allerdings vom Verkäufer der Software Bedienungshandbücher für die Software gibt, dann handelt es sich dabei um Wissen der Organisation. Wer also keine Peilung von der Software hat, der schaut in das Handbuch und kann darin erfahren, wie er diese zu bedienen hat.

Und nun wird auch relativ schnell klar, warum die ISO 9001 zum Thema Wissen auch noch weitere Forderungen aufmacht, zum Beispiel muss das Wissen in erforderlichem Umfang zur Verfügung gestellt werden. So hilft es also nichts, wenn man die guten teuren Handbücher beim Prokuristen des Unternehmens im Schreibtisch aufbewahrt und die eigentlichen Nutzer der Software haben keinen Zugriff auf diese.

Ebenso geht es in der ISO 9001 auch um „Zusatzwissen und erforderliche Aktualisierungen“. Und auch hier eignet sich das Beispiel mit der Software hervorragend. Wenn sich das Unternehmen entschließt, sich zu der bestehenden Software ein weiteres Modul hinzuzukaufen, dann sollte das Wissen (also das Handbuch) auch um diesen Part erweitert werden, um den Mitarbeitern auch das Nachschlagen von Themen aus dem neuen Modul zu ermöglichen. Oder aber auch wenn es Softwareupdates gibt, ist eine Aktualisierung des Wissens nötig. Denn wenn dies nicht geschieht, dann bezieht sich das Handbuch noch auf die Funktionalitäten einer alten Version und hilft unter Umständen nicht weiter.

 

Ich hoffe, dass ich hier den Unterschied zwischen Kompetenz und Wissen verständlich erklären konnte. Sehen Sie das ähnlich oder haben Sie eine andere Meinung? Haben Sie vielleicht ein Beispiel wie Sie das in Ihrem Unternehmen umgesetzt haben? Dann freue ich mich über Kommentare von Ihnen.

 

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