Blog der Lösungsfabrik

Qualitätsmanagement und ISO 9001

Interview – Josef Marte – QSCert Germany

Interview mit Josef Marte von der QSCert Germany

 

Hallo Herr Marte, vielen Dank erst mal, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch nehmen. Können Sie sich bitte zuerst selbst mit einigen Worten vorstellen?

Lieber Herr Thode, zunächst möchte mich für die Verspätung bei der Interviewplanung entschuldigen. Es gab Prioritäten wie die Begutachtung durch die DAkkS (deutsche Akkreditierungsstelle), welche einem früheren Zeitpunkt für das Interview entgegen wirkten. Ich heiße Josef Marte, bin 56 Jahre alt und lebe mit meiner Frau und 2 Kindern in München Untergiesing, im Schatten des legendären Gründwalder Stadion.

 

Sie sind als Geschäftsführer und Lead Auditor für die QSCert Germany tätig. Können Sie uns bitte kurz erklären, wer die QSCert ist?

Die QSCert ist ein Zertifizierungsunternehmen für Managementsysteme nach internationalen Standards. Im Jahr 2000 habe ich das Unternehmen, zusammen mit meinem Partner Marcel Sluch, in der Slowakei gegründet. Damals waren wir für deutsche Unternehmen, welche in der Slowakei produziert haben, beratend tätig. Es ergab sich, dass diese Unternehmen Zertifikate nach ISO 9001 und weiteren internationalen Standards, anstrebten. Wir haben die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und eine eigene Zertifizierungsstelle gegründet, welche 1 Jahr später die offizielle Akkreditierung erhalten hat. Heute sind wir mit unabhängigen Partnerunternehmen in 25 Ländern weltweit aktiv und anerkannt.

 

Über welche berufliche Qualifikationen verfügen Sie und wie war Ihr bisheriger Werdegang bei der bei der QSCert?

Bereits im Jahr 1994 – damals wurde die erste Version der ISO 9001 veröffentlicht – startete ich als Berater für Qualitätsmanagementsysteme. Zu Beginn standen verschiedenste Lehrgänge und Seminare auf dem Programm, um eine professionelle Basis für meine Tätigkeit zu schaffen. Neben meiner freiberuflichen Tätigkeit als Berater für ein Schweizer Unternehmen nahm ich fast jede Gelegenheit wahr, mich in dem umfassenden Gebiet der internationalen Standards weiterzubilden. So ergab es sich fast zwangsläufig, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Akkreditierung geschaffen wurden. Als Auditor ist man darüber hinaus gezwungen, seine fortlaufende Erweiterung der Qualifikationen nachzuweisen, d.h. „das Lernen hört nie auf“.

 

Was zeichnet die QSCert Ihrer Meinung nach aus im Vergleich zu anderen Zertifizierungsgesellschaften, nach Ihren langjährigen Erfahrungen im Bereich Qualitätsmanagement?

Die QSCert Germany ist, wie fast alle Partner der QSCert Gruppe, Inhabergeführt. Dies bedeutet, dass die Zertifizierungskunden eine sehr persönliche Betreuung genießen und immer ein direkter Draht zu den Entscheidern der QSCert garantiert ist.

 

Qualitätsmanagement lebt ja auch von Zielen. Welche Ziele hat sich die QSCert für dieses Jahr vorgenommen?

Die Ziele für das Jahr 2014 sind sehr vielseitig. Da wir intern auch ein Managementsystem nach ISO 9001:2008 pflegen, wurden Ziele für die einzelnen Abteilungen und auch für die gesamte Gruppe ausgegeben. Dies sind z.B. Qualitätsziele wie „Bewertung durch Kunden im Bereich Auditplanung und Auditoren – 1,5 (wie in der Schule)“, „Bewertung im Vergleich zur gesamten Gruppe – minimum 70%“ oder auch operative Ziele wie „25% Neukunden“ und „Unternehmensentwicklung mit neuer Infrastruktur“.

 

Was zeichnet Ihrer Meinung nach ein erfolgreiches Unternehmen in Zukunft aus?

Grundsätzlich sehe ich Unternehmen, welche sich konkrete Ziele und Einzelziele setzen, gleichzeitig aber auch flexibel auf den sich schnell wandelnden Markt reagieren können, auf dem Vormarsch. Als es noch keine internationalen Standards als Werkzeug zur Unternehmensentwicklung gab, war dies im Übrigen auch schon so.

 

Was meinen Sie, welches Managementsystem oder welche Zertifizierung wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen?

Je nach Markt werden die Standards für Qualität und Umwelt, aber auch für IT-Sicherheit an Bedeutung gewinnen. Ein Standard für die Zukunft ist sicherlich der BS 10500 „Spezifikation für Anti-Korruptions-Managementsysteme“. Ich persönlich bin ein Verfechter der Standards für Soziale Verantwortung, z.B. ISO 26000 „Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung“. Denn die Frage nach ethischer und gesellschaftlicher Verantwortung wird in Zukunft jedes größere Unternehmen positiv beantworten müssen. Dafür sind diese Standards geschaffen.

 

Wie kann ich mir einen „normalen“ Arbeitstag bei Ihnen vorstellen, wenn es ihn denn überhaupt gibt?

Man kann sagen: „Nach dem Audit ist vor dem Audit“ – Der Auditor muss sich gewissenhaft auf das Audit vorbereiten. Dies bedeutet, dass er sich über das zu auditierende Unternehmen objektiv informieren, die umfangreiche Dokumentation für Planung und Umsetzung des Audits vorbereiten und erstellen, sowie das geeignete Auditteam auswählen und nominieren muss. Hier ist ganz bewusst das Wort muss gewählt – aus der englischen Übersetzung von shall. Wenn wir hier in Deutschland von „sollte“ reden, macht das kaum jemand, wenn wir aber von „muss“ sprechen, so gilt dies verbindlich und ist deshalb auch die richtige Wortwahl. Nach dem Audit geht es daran, die gesammelten Informationen in einem Bericht zusammen zu fassen und intern nochmals auf Vollständigkeit zu prüfen. Die gesamte Dokumentation wird als Grundlage für die Entscheidung, ein Zertifikat zu vergeben, bzw. dessen Gültigkeit aufrecht zu erhalten, herangezogen. Danach beginnt schon wieder die Planung für das nächste Audit unter Berücksichtigung der räumlichen Gegebenheiten und der Zeitgestaltung, sprich Auditaufwand und Reiseplanung.

 

 

Josef Marte

 

 

 

 

Kontaktdaten:

Josef Marte

QSCert Germany

Tel.: 089-21669576

Fax.: 089-21669577

Mail: marte@qscert.de

Webseite: http://www.qscert.de/

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