Blog der Lösungsfabrik

Qualitätsmanagement und ISO 9001

„Wer billig kauft, kauft zweimal.“ – Das ist gilt auch bei der Beraterauswahl

„Wer billig kauft, kauft zweimal.“ Diese alte Binsenweisheit hat immer noch Bestand und gilt auch bei der Auswahl eines Beraters.

Ich habe in der letzten Zeit wieder gehäuft Qualitätsmanagementsysteme und -Handbücher gesehen, die diese Namen nicht verdienen. Da wurde von fachunkundigen Personen (ich nenne diese mit Absicht nicht Kollegen) Dinge zusammengeschustert, die weder Hand noch Fuß haben und einer Überprüfung (zum Beispiel bei einem Zertifizierungsaudit) mit Sicherheit nicht Stand halten. Daher habe ich mich entschlossen in diesem Blogartikel nochmal eine Tipps zusammenzufassen, die Sie bei der Auswahl des Beraters Ihres Vertrauens gerne anwenden dürfen. 😉

 

Bauchladenprinzip

Sie haben einen Berater gefunden, der neben Arbeitssicherheit, Umweltmanagement, Energiemanagement, Datensicherheit und Lebensmittelsicherheit auch noch Qualitätsmanagement kann. Dann herzlichen Glückwunsch – Sie haben einen Berater gefunden, der zwar alles macht, aber nicht alles kann. Die Zeiten in denen die Bauchladenpolitik von Beratern funktioniert hat, ist lange vorbei. Alle oben aufgeführten Bereiche sind Spezialgebiete, die keiner komplett und auf einem qualitativ hohem Niveau abbilden kann. Ich selber würde mich zwar als Fachmann im Bereich Qualitätsmanagement bezeichnen, aber wenn es um andere Bereiche geht, dann handle ich nach dem Motto „Schuster bleib bei deinen Leisten“ und ziehe mir einen meinen zahlreichen Netzwerkkontakte hinzu, von dem ich weiß, dass er Fachmann auf diesem Gebiet ist.

Fragen Sie nach Referenzen

Sie und Ihr Unternehmen haben es verdient, von einem Fachmann beraten zu werden, der seine Befähigung auch schon in anderen Projekten unter Beweis gestellt hat. Fragen Sie daher ganz gezielt nach Referenzen um sicherzugehen, dass dem auch so ist. Vielleicht wird Ihr Gesprächspartner Ihnen aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Namen preisgeben, allerdings kann er ansatzweise erläutern, in welchen Projekten er schon tätig gewesen ist. Ich zum Beispiel haben eine Absprache mit einigen Kunden, dass ich deren Firmennamen gerne nennen darf und auch die Kontaktdaten weitergeben, so dass sich Interessenten an meiner Tätigkeit dort gerne melden können, um sich direktes Feedback einzuholen.

 

Stellen Sie individuelle Fragen

Stellen Sie individuelle und auf Ihr Unternehmen bezogene Fragen. Sollten Sie dann Antworten bekommen wie „Ich führe ein Qualitätsmanagementsystem immer in x Monaten ein.“ (ersetzen Sie das x durch eine beliebige Zahl), dann sollten Sie hellhörig werden. Kein Unternehmen gleicht dem anderen und kein Projekt gleicht dem anderen. Und somit sollte auch, zum Beispiel die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems, auf Ihr Unternehmen „maßgeschneidert“ sein.

 

Angebot ohne jegliche Informationen

Haben Sie unter Umständen schon eine kurze Information an verschiedene QM-Berater gesendet und Angebote erhalten? Auch hier ist Vorsicht geboten. Ohne eine ausreichende Anzahl an Informationen zu Ihrem Unternehmen und zu Ihren Wünschen wird Ihnen kein seriöser und fachkundiger Berater ein Angebot erstellen. Die Information „Die Müller GmbH möchte sich nach ISO 9001 zertifizieren lassen.“ reicht allein nicht aus. Welche Normausschlüsse kommen in Frage? Wie viele Mitarbeiter an wie vielen Standorten hat das Unternehmen? Was macht das Unternehmen genau? Welche Implementierungstiefe ist gewünscht?…. Es gibt mehr als genug Fragen, die im Vorfeld geklärt werden müssen. Ein kompetenter Berater wird Ihnen einen Vor-Ort-Termin bei Ihnen oder ein längeres Telefonat zur Abklärung dieser Fragen anbieten.

 

Klären Sie im Vorfeld ab, was Sie für Dokumente bekommen und in welcher Form Sie diese bekommen.

Ein seriöser Berater wird Sie informieren, welche Dokumente Sie bekommen und in welcher Form das sein wird. Achten Sie da bitte darauf, dass die Qualitätsmanagementdokumentation Ihnen auch in elektronischer Form, bzw. in einer Form die Sie bearbeiten können, übergeben wird. Ich habe es leider auch in letzter Zeit viel zu häufig erlebt, dass einfach ein Aktenordner überreicht wurde und als dann die ersten Dokumente überarbeitet werden sollten, kam das böse Erwachen. Denn wenn Sie die Dokumente nur in Papierform vorliegen haben, sind Sie von Ihrem Berater mehr oder weniger abhängig und müssen diesen bitten, die Dokumente für Sie zu ändern. Das macht dieser dann sicher gerne, weil er Ihnen dann auch gleich ein neues Dokument erstellen kann und zwar eine Rechnung.

 

Wird die Beratertätigkeit durch die BAFA gefördert?

Wenn Sie dies mit Ihrem potentiellen Berater besprechen, dann schlagen Sie damit fast zwei Fliegen mit einer Klappe. Die BAFA-Förderung zur Einführung oder Anpassung eines Qualitätsmanagementsystems ist quasi geschenktes Geld vom Staat, welches Sie nicht liegenlassen sollten. Dies ist die eine Seite. Die andere Seite dabei ist, dass der Berater dafür notwendigerweise bei der BAFA registriert sein muss und der BAFA sein eigenes Qualitätsmanagement offenlegen muss.

 

 

Meine Empfehlung ist immer – hören Sie auch ganz stark auf Ihr Bauchgefühl. Denn in der Regel ist es das richtige. Lassen Sie sich nicht zu stark von vermeintlich „billigen“ Preisen locken. Denn auch wenn diese unverschämt günstig sein sollten, es ist immer noch zu viel Geld, wenn Sie dafür keine angemessene Leistung bekommen.

 

Haben Sie weitere Tipps zur Beraterauswahl? Dann hinterlassen Sie diese gerne als Kommentar. Oder Sie senden mir diesen als Email und ich arbeite dies in den Artikel hier mit ein.

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